Jahresbericht Januar – Dezember 2012 Jahr 13

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Ein neues Jahr - ein neuer Blues. So steht’s auf dem Notenblatt von „Dum da dum da - ba dum…“, mit dem Karin den gesanglichen Teil unserer ersten Probe vom Dienstag, 10.01, eröffnete. Natürlich wurde zuerst eingeturnt, Stimmbänder warm gesummt, Zungen und Lip-pen gelockert, Bauch mit Luft gefüllt und ausgeblasen. Aber da war noch mehr zum Jahres-beginn! So wie Stimmbildung und Intonation für einen Chor wichtig sind, so gehört auch Sprachbildung und gutes Deutsch dazu. Gesang ist Musik und Sprache in einem. Karin feilte - mit einem perfekten Bühnen-Deutsch - Sprache und Artikulation. (Und da steht noch in einer Notiz des Schreiberlings: Sie gab schon in der ersten Probe richtig „Gas“ und hockte uns kratzbürstig auf der Pelle. Aber vermutlich brauchten wird das gleich zu Beginn des Jahres! Es ist schliesslich Konzert-Jahr! - Und was sie damit erreichte, widerspiegelte sich erfreulich im Konzert! - Sie kann ja sonst sooo charmant sein!)

 

Auch die GV vom 14.02. im Stiefel, wurde „bluesig“ eröffnet - mit dem „Ruggusserli-Blues“. Mehr über die GV, die ganz im Zeichen von Ehrungen, einem Eintritt und einem Austritt, Chargen-Rücktritten und Wahlen stand, konnte aus Zeitung, „Dorfgspröch“ und auf unserer Homepage gelesen werden, und wird aus Patrik Anwander’s ausführlichem Protokoll an der GV vom 12.02.2013 nochmals zu vernehmen sein.

 

Gesangs- und pflichtbewusst wie wir sind (!), wurde der Dienstag, 1. Mai, nicht einfach als „Tag der Arbeit“ gesangsfrei ausgelassen, sondern als Abend des Maibummels und des Gesangs „gefeiert“. Über 20 genossen den Abend im geselligen Sängerkreis. Und es gab so manches zu geniessen: Die Rundwanderung vom und zurück zum „Friedberg“ in Amlikon; beim Rebhüttli genossen wir nicht nur die wunderbare Rundsicht und den stimmungsvollen Abendhimmel, wir genossen auch den feinen Speckgugelhopf aus Vreni Tschann’s „Back-stube“ und den „Müürliwii“ von Franzen’s Weinberg. Beim „Chappeli“, der Kapelle „Ave Maria auf dem Weg“ bei Leutmerken, erzählte uns Peter Jünger die Geschichte, die im Jahr 1886 zum Bau der Kapelle führte. Eine Geschichte, die wohl kaum jemand kannte.

„Für Sorgen sorgt das liebe Leben. Doch Sorgenbrecher sind die Reben.“ Dieser Spruch empfing uns beim Eingang zum hellen und schmucken Weinkeller im „Friedberg“. Plättlis und Zahnd’s Blauburgunder erfreuten Gaumen und Magen. Weniger erfreulich war unsere Diszi-plin beim Singen: Jede und jeder glaubte den richtigen Ton selbst zu finden - und Karin drein geredet wurde auch noch ständig! Alkohol macht die Zungen locker…und frech! Freude herrschte jedoch, als Vreni Tschann in so Töpfchen noch einen crèmigen Dessert auffahren liess. - Vielen Dank, liebe Tschann’s, für die Organisation…und für die gestifteten Genüsse.

 

Welch Wunder, wie klangvoll unsere Stimmen tönen könn(t)en, welcher Klangkörper in uns steckt, meinte Susan Wunderlin an der Stimmbildung vom 29.05. Verwunderlich war aber auch, mit welcher Disziplin - vom Augen verdrehen einiger mal abgesehen - wir uns die aus-gedehnten (Stimm)-Übungen - bei Klavierbegleitung in allen Tonlagen - über uns ergehen liessen. Nebst den aufgeblühten Stimmen bekamen wir mit auf den Weg: „Wer singt, betritt die blühende Wiese der Seele“ (aus Talmud, bedeutendes Schriftwerk des Judentums).

 

Trotz solch’ gebildeter Stimmen, wollten wir uns am Regionalen Sängertag vom 10.06. in Eschenz für einmal - zum ersten Mal an einem Gesangsfest - nicht bewerten lassen. Wir hatten unseren Grund dazu. Das hielt uns aber nicht davon ab, trotzdem unser Bestes zu geben. Und unser Liedervortrag mit „Più non si trovano“ und dem „Ruggusserli-Blues“ kam dann beim Publikum auch gut an, wie der Applaus hörbar „schallte“. Und wir bekamen - so-gar von einer Stimmbildnerin - sehr gute Noten. So genossen wir, nebst Gesang und gemüt-lichem Beisammensein, für einmal die „lockere“ Teilnahme an einem Sängertag. - Ob wohl die knisternde, innere Spannung doch ein wenig fehlte?

 

„Was für eine schöne Feier!“ - so lautete die Überschrift des Zeitungsberichtes über die

1. Augustfeier in Ottoberg mit Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, die mit Schalk im Gesicht lächelnd und sichtlich aufgestellt vom Bild strahlt. Von der Olympiade in London kommend, hielt sie am Bundesfeier-Vorabend in Juf - höchst gelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz und Europas - die Radio- und Fernsehansprache mit Blick in die Berge, ins Tal, in die Weite. Und heute sprach sie zu uns auf dem schönsten Platz in der Gemeinde Märstetten, mit Blick vom „Rhy“ zum Hörnli, vom See bis Frauenfeld und in die Weite des Thurtals. Gut haben wir ihr - aber nicht nur ihr - „Min Thurgi“ gesungen…und schön, dass sie, auf Einladung von Karin, so spontan und echt volksnah „La notg ei vargada“ und „Am Himmel stoht es Sternli“ mitgesungen hat. - „Was für eine schöne Feier“, das konnten auch wir für uns, als diesjährige Festwirtschaft-Betreiber, sagen. Und strahlen durf-ten auch wir! Nicht nur, weil unsere Kasse klingelte, sondern weil die rund 800 Gäste un-seren speditiven, aufmerksamen und freundlichen Service, unterstützt von vielen Helferinnen und Helfern aus dem Freundeskreis, lobten.

 

„Warum auch in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah“ (dies in leichter Abän-derung von J.W. Goethe’s Zitat), das sagten sich die Lüthy’s für den Chorausflug vom Sonn-tag, 02.09. - 09.02 Uhr, zu einer christlichen Zeit - es ist ja schliesslich Sonntag - führte uns die Thurbo nach Mannenbach. „Genuss auf See und Fluss“, lautet das Zitat der Bordgastro-nomie Untersee und Rhein. So genossen wir nicht nur den Apéro auf dem Schiff, sondern auch die an uns vorbeiziehende idyllische Untersee-Landschaft. In Stein am Rhein kurvten zwei Kleinbusse mit uns zur Burg Hohenklingen. Sehr gut haben wir gegessen, und äusserst interessant war das Geschichtliche über das Städtchen Stein am Rhein und die Burg Hohen-klingen, das uns „Burgherr“ Franz Hostettmann erzählte. Verdauungsmarsch dann zum Bahnhof, mit der Thurbo weiter nach Schlatt, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Der Weg führte uns durch den Schaarenwald - eine reizvolle Naturlandschaft mit historischer und militärgeschichtlicher Bedeutung - dem Hochrhein entlang, hinauf nach St. Katharinental. Nach Kaffee, Kuchen oder Coupe „thurbolten“ wir zurück nach Weinfelden. Es war ein ge-selliger Tag bei gelebter Chorfreundschaft. Und auch Petrus war uns wohlgesinnt!

 

Sie haben es verdient, die vielen 1. August Helferinnen und Helfer: Mit einer Familien-Einla-dung zu einem Helferbrunch vom Sonntag, 30.09., dankten wir ihnen allen in der Party-Scheune bei Hanspeter Büchi in Boltshausen für ihren grossen Einsatz an der Bundesfeier.

 

Komponist Anton Bruckner sagt: „Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen“ - und unsere Dirigentin Karin handelte ganz darnach. Unser Konzert-Fundament hatte bereits sichtlich - sprich hörbare und klangvolle - Formen angenommen. Aber um die „Höhe des Turmes“ zu erreichen, brauchte es noch einige Arbeit, Feinarbeit. So arbeiteten wir intensiv am Singwochenende vom Freitagabend, 26. und Samstag, 27.10., und bau-ten auf den Grundmauern auf. Es wurde geübt, verfeinert, die Intonation verbessert, an der Sprache gefeilt, unser “Dazwischenlafern“ (!) gestoppt, und wir wurden zu einer guten Aus-strahlung motiviert. Wir sind ja keine Profis - wollen dies auch nicht sein - aber wir wollen vor dem Publikum gut dastehen und mit gepflegtem Gesang Freude bereiten - dies auch zu unserer eigenen Freude. Das Probe-Wochenende hat uns allen sehr viel gebracht. Es wird ein wunderbares Konzert werden. Wir dürfen uns darauf freuen - und die Gäste auch! ….

 

….Und wir erfreuten dann die Leute auch mit unserem Konzert in den Kirchen von Mär-stetten und Bussnang vom 24. und 25.11.! „Der Beifall wollte fast nicht enden“, umschrieb die Journalistin unser Konzert vom Samstag. Doch das höchste der Gefühle für Chor und Dirigentin ist, wenn ein Konzert mit einer stehenden Ovation - wie am Sonntag in Bussnang - verdankt wird. Das ist Dank und Lohn zugleich für die „harte“ Probearbeit. Der Applaus galt aber auch Tobias, der das Konzert gehaltvoll mit Worten „bebilderte“, unserer virtuosen Andrea an Orgel und Klavier und den beiden Alphornisten. Und wenn Chormitglieder sagen können: „Schade, dass wir nicht noch einmal in einer Kirche singen konnten“, dann ist das ein Zeichen grosser Chorfreude, ein Zeichen von Begeisterung, die sich von einer mitreis-senden Dirigentin auf Chor und Publikum ausstrahlten.

 

Strahlen tat die Sonne - mindestens in uns - zum letzten Mal im Chorjahr 2012 an unserem

Schlusshock in der „Sonne“ vom 27.11. Karin zeigte sich erfreut über unsere gut gelunge-nen Konzerte und dankte, dass wir ALLES gaben. Der grösste Dank aber gehörte Karin. Präsident Hansruedi dankte ihr einmal mehr für ihre meisterliche Chorleitung. Mit viel Ge-duld und guten Nerven, fordernd aber auch lobend, hat sie mit ihren Ideen und ihrem ge-sanglichen Gespür, mit uns ein farb- und klangvolles Konzert erarbeitet, ein musikalisches Bild in Kopf und Herz „gezeichnet“. Und ganz nach unserem Motto „Bilder, die das Leben zeichnet“, nahmen wir die Bilder unseres Konzertes mit in die Adventszeit - und hinüber ins neue Jahr. Wer solche Bilder „sprechen“ lassen möchte, findet diese auf unserer Homepage.

 

Für das Präsidium:

Fredy Lüthy, Vizepräsident

anfangs Januar 2013

 

 

Fotos von der Jahresversammlung

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